La Lueur Mystérieuse – Geschichten, Emotionen und ein kleines Leuchten ✨

Die französische Sprache fasziniert mich seit meiner Kindheit. Schon beim Frühstück versuchte ich, französische Texte auf Milchpackungen zu entziffern. Vielleicht, weil Französisch die Geheimsprache meiner Eltern war – oder weil diese Sprache in meinen Ohren wie Musik klang.

Im vergangenen Herbst erinnerte mich ein zufälliges Gespräch im Postauto nach Chur wieder an diese besondere Verbindung. Aus dieser Bus-Begegnung entstand ein Kontakt, der in mir den lange gehegten Wunsch verstärkte, La Lueur Mystérieuse auch in französischer Sprache zugänglich zu machen.

Mit tatkräftiger Unterstützung von Olivia und Marie reichte ich im März das Manuskript bei französischsprachigen Verlagen ein. Ob sich eine Tür öffnen wird, steht noch in den Sternen – doch der erste Schritt ist gemacht. Manchmal beginnen gerade daraus die schönsten Geschichten. ✨

Ein ganz besonderer Moment erwartete mich im Mai: Im Rahmen der Mittwochnachmittagsschule Les Petits Bouquetins durfte ich die bisher unveröffentlichte französische Fassung mit einer kleinen Gruppe von sechs Kindern im Alter von 7 bis 12 Jahren teilen. 💫

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Beim ersten Bild der Geschichte wurde begeistert gerätselt: In welchem Land spielt diese Geschichte wohl? Mithilfe des Kamishibaï betrachteten die Kinder aufmerksam die Illustration und versuchten, Hinweise zu entdecken. USA wegen der Wolkenkratzer? Japan oder China wegen der Schriftzeichen? Wie kann man die beiden unterscheiden? Als das Rätsel schliesslich aufgelöst wurde, konnte die Geschichte beginnen.

Die Kinder hörten der Lesung gebannt zu, stellten Fragen und tauchten mit beeindruckender Offenheit in die Welt der Gefühle ein. Gemeinsam sprachen wir darüber, was traurig macht, was Freude schenkt und wie unterschiedlich Emotionen erlebt werden können. Besonders schön war zu beobachten, wie sich auch sonst eher ruhige Kinder aktiv einbrachten und ihre Gedanken teilten.

Für diese Lektion habe ich das Lied „Devine les émotions“entwickelt, ein spielerisches Gefühls-Ratespiel, bei dem wir klatschten, lachten und mitsangen. Wir sprachen darüber, wo im Körper verschiedene Gefühle zu spüren sind – ob als Kribbeln im Bauch, Schwere im Herzen oder Wärme im Gesicht. Für jedes Gefühl fanden die Kinder auch eine Geste, um das Gefühl sichtbar zu machen. Es war rührend zu sehen, wie aufmerksam und kreativ sie ihre Gefühle zum Ausdruck brachten.

Nach der Pause verwandelte sich der Raum kurzzeitig in eine kleine Spielshow: In einem Quiz im Stil von 1, 2 oder 3 errieten die Kinder Redewendungen rund um Emotionen und Gefühle.

Den Abschluss bildete eine kreative Malrunde, in der die Kinder aus drei Ausmalbildern der Geschichte eines auswählen durften. Diese individuelle Vertiefung ermöglichte es jedem Kind, seine Eindrücke und Gefühle zeichnerisch auszudrücken. Dabei entstanden nicht nur farbenfrohe Bilder, sondern auch viele stille, persönliche Momente voller Konzentration und Fantasie.

Ich freue mich sehr über das Vertrauen der AFFG – Association des Familles Francophones des Grisons, die mir diese besondere Begegnung ermöglicht hat. Solche Momente erinnern mich daran, warum Geschichten wichtig sind: Sie verbinden Menschen, öffnen Gespräche und lassen kleine Lichter entstehen – manchmal genau dort, wo man sie am meisten braucht. ✨

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